~ Legends of Britannia ~

... frühmittelalterliches Rollenspiel zur Legende um König Arthur
 
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 Rex Mundi - Der König der Welt (Bestätigung)

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Alina
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PostSubject: Rex Mundi - Der König der Welt (Bestätigung)   08.07.07 11:56

Rex Mundi - König der Welt


Jerusalem 1100:

Die Menschen in ihrem Denken, wollten uns einst Gutes schenken. So gebar des Nachts silberner Mondenschein, ein Relikt, geschaffen für die Welt allein. Dreizehn an der Zahl standen im Kreise, dreizehn Alte, dreizehn Weise. Sie kannten die Sprüche der einstigen Tage, Wort um Wort, Sage um Sage. Und so wurde in der schweigenden Stunde, in der Mitte der geheiligten Runde, etwas magisches erschaffen, geboren, für das Wohl der Menschheit auserkoren....



Die Steintafel, auf der diese Worte zu lesen waren, eingemeißelt vor langer Zeit, glänzte auf dem Marktplatz, als wolle sie sich von ihrer besten Seite zeigen. Die Kinder standen gelangweilt davor und stupsten sich gegenseitig an, während ein alter Mann mit seinem Stock dagegen klopfte. „Nun hört mir zu, Kinder! Es ist wichtig, dass ihr nicht vergesst, dass der Rat noch immer existiert. Der Rat der Dreizehn, hört ihr! Sie lenken uns und geben acht. Also...“
Doch die Kinder hatten ihr Geschiebe nun soweit getrieben, das ein Mädchen von ungefähr acht Jahren gegen den Alten stieß und ihn ins Wanken brachte. Seine Reflexe waren längst nicht mehr wirklich zu gebrauchen und so fiel er hart gegen die Steintafel, während sich zwischen den Kindern für einen Moment lastendes Schweigen ausbreitete. Dann trat ein Junge von ungefähr zwölf Jahren vor, arrogant hielt er die Nase der Sonne entgegen und sah auf den alten Mann hinab, der sich kläglich bemühte wieder auf die Füße zu kommen. „Es ist doch schon laaange bekannt, dass der Rat Geschichte ist. Meine Eltern haben es mir gesagt. Dieser dumme Rat existiert doch nur in Deinem Kopf, alter Mann!“
Zustimmendes Gemurmel breitete sich unter den Kindern aus, dann wandten sie sich eines nach dem anderen ab. Der Alte hieb grummelnd seinen Stock in den staubigen Boden des Platzes. „Verdammte Kinder!“
Erneut fiel ein Schatten auf ihn und eine in schwarz gekleidete Gestalt versperrte ihm die Sicht auf die Sonne. Er konnte das Gesicht nicht sehen, hinter schwarzen Schleiern verborgen liegend. Doch die Hände, feine Hände ohne jegliche Schwielen, streckten sich ihm entgegen. „Sie werden bald wieder auf euch hören, alter Mann.“ Diese Stimme, weich und samtig, klang gedämpft durch die Schleier und keinerlei Respektlosigkeit war hinter ihren Worten verborgen, eher vielleicht sachte Neugier. Doch der Alte hatte das Gefühl für die Töne zwischen den Zeilen längst verloren.
Die Menschen auf dem Marktplatz um sie herum nahmen keinerlei Notiz von ihnen. Die meisten kannten den Alten und seine Geschichten und machten einen weiten Bogen um ihn, wollten seine wirren Worte nicht erneut hören. „Wer.. seid ihr? Und woher meint ihr zu wissen, dass irgendjemand mir wieder Glauben schenken wird?“ Aus einem Grund, den er selbst nicht verstand, zitterte die Stimme des Greisen.
Der Mann, der ihm aufgeholfen hatte lachte leise, ein kehliges raues Lachen, das den Anschein weckte viel zu selten ausgestoßen zu werden. Die feingliedrigen Hände zogen sich zurück, als der Alte wieder alleine stand und sich den Staub abklopfte. „Es wird bald geschehen. Denkt daran, alter Mann. Bald werden sie wieder hören können. Sie müssen nur erst sehen.“
Und bevor der Alte erneut nachfragen konnte, verschwand die Gestalt mit den Schleiern und den feinen Händen. Verschwand einfach so. Ohne dass er ihre Schritte sehen konnte, ohne dass sie irgendein Geräusch machte, er war auf einmal weg.

Alina kroch auf allen Vieren über den lehmigen Boden, um jede noch so kleine verlorene Süßwasser Perle einzusammeln, die sich von dem einfachen Lederband gelöst hatten. „Sie haben nun einmal meiner Mutter gehört!“ Endlich hatte sie alle eingesammelt. Sie passten nicht alle zueinander, schließlich waren es über lange Jahre hinweg gesammelte Perlen, die jede eine eigene Form besaßen und die Kette zwar nicht hübsch aber einzigartig machten. Alina hütete sie wie einen Schatz seit ihre Mutter verschwunden war. Sie war der Meinung, wenn diese zurückkehrte sollte die Kette auf sie gewartet haben, wie ihre beiden Kinder. „Alina, Du bist doch noch ein verdammtes Kind! Sie kehrt nicht zurück. Hör doch endlich zu! Sie wird nie mehr zurückkommen. Alle Welt sagt, sie ist tot, hörst Du endlich?!“
Die verzerrte Stimme ihres Halbbruders Marek wurde von seinen wedelnden Fäusten begleitet. Am liebsten hätte er sie geschüttelt, wenn er nur einen Moment geglaubt hätte, dass es etwas nutzte. Doch sie hörte die Worte kaum, jedenfalls war der Sinn für sie nicht verständlich. Alina lebte seit diesem Tag.. heute vor genau einem Jahr.. in ihrer eigenen Welt. In der ihre Mutter lachend und mit ihnen scherzend durch die Straßen der Stadt zog und ihnen alles von der Welt der Magie erzählte. Marek hatte diesen Unsinn schon lange nicht mehr geglaubt, war jedoch still geblieben, um Alina diese Illusion nicht zu zerstören.
Alinas Mutter war nicht die Seine. Dennoch, gerade weil er bei ihnen aufgewachsen war liebte er sie wie seine Schwester. Doch die letzten Tage, Wochen, Monate hatten ihr hart werden lassen, er war fremd für sie geworden. Jetzt, wo sie beide erwachsen waren, er zumindest definitiv, hatten sie sich so verschieden entwickelt wie es nur irgendwie möglich gewesen war.
Zeitweise des Nachts wünschte er sich die alte Zeit zurück. Wünschte er sich seine Alina, das Mädchen das er liebte und schützte, das Mädchen das ihn verstand und ihm zuhörte. Wütend über sein Unvermögen ihr zu helfen endete es meist in einem Wutanfall, dem sein Bettzeug noch gewachsen war. Doch Marek war eines klar: Er konnte Alina nicht vor sich selbst beschützen. Wäre die Nacht doch nie gewesen… Diese verdammte Nacht als sie ging und ihn mit Alina zurückließ, diese Nacht, in der sie der Nachbarin bei der Geburt helfen hätte sollen.
Sie war nie dort angekommen und sie war nie zurückgekehrt. Wie vom Erdboden verschluckt, hatten die Nachbarn gesagt und die Geschwister mitleidig angesehen. Marek hatten diese Blicke nur noch wütender gemacht, Alina hatten sie vertrieben. Sie zog sich zurück, wurde ein Schatten ihrer selbst. So bemerkte sie nichts von dem verzweifelten Kampf ihres Bruders, sie bei sich zu halten, zurückzuholen aus ihrer Starre.
Marek hingegen hatte das Blut gesehen, von dem die Nachbarn nichts gesagt hatten. Das Blut, welches hinter den Fässern neben dem Haus der Gebährenden in einer Pfütze den sandigen Boden aufgeweicht hatte. Und er hatte sich erinnert.. an die Geschichten, die der Alte auf dem Marktplatz erzählte. Die Geschichten von düsteren Nächten und Gestalten, die sie holen würden, sollten sie sich draußen herumtreiben. Es war lange her, dass jemand verschwunden war. Doch mit ihrer Mutter hatte alles wieder begonnen…
Sie waren wieder da..

„Der Rat der Dreizehn bestand aus Magiern. Ihr solltet mir glauben. Magier, die uns beschützten und die sich langsam zurückgezogen haben, bis niemand von euch mehr an sie dachte, weil ihr nicht geglaubt habt! Bis ihr sie alle vergessen habt. Doch sie sind wieder da. Sie sind wieder da. Ebenso wie die Geschöpfe der Nacht. Es hat begonnen, glaubt mir...“
Die Dämmerung hatte den Alten in dem Gasthaus einkehren lassen. Doch niemand schien Notiz von ihm und seinem Gebrabbel zu nehmen. Jeder Gast des Hauses ignorierte ihn einfach, ihn, der er alleine am Kamin saß umgeben von leeren Stühlen. Doch er irrte sich nicht. Der Alte war sich einfach sicher. Sein Stock stieß begleitend zu seinen Worten immer wieder auffordernd auf den Boden, um die Gäste endlich zum Zuhören zu bewegen.
Roberto, der Wirt des Hauses, hatte die Nase gestrichen von ihm voll. Die Gäste murrten, weil der Alte den Platz am Kamin blockierte und er wollte nicht, dass sie seinetwegen gingen. Roberto war kein böser Mensch, er wollte nur ein Geschäft nicht verlieren. Also ließ er ihn von seinem Helfer auf sanfte Art und Weise hinauswerfen. Hinaus in die tiefschwarze Nacht, deren Bezwinger nicht mehr der Mensch oder die Fackel an der Wand waren.
Der Alte spürte es im selben Moment, in dem er mit den Füssen den sandigen Boden berührte. Es war da. Blinzelnd starrte er in die Schatten der Gassen, zögernd, dann bildete er sich ein etwas gesehen zu haben. Da! Etwas helles, wie.. eine Hand? So eilig, wie es ihm mit seinen müden Knochen möglich war, schritt er darauf zu und erblickte....

Die Leichen wurden am nächsten Tag gefunden. Ein Junge, nicht älter als vierzehn. Vollkommen Blutleer und mit einem zerbissenen Hals, als wären Raubtiere auf ihn losgegangen. Der Alte lag daneben mit weit aufgerissenen Augen. Ihm war kein Haar gekrümmt worden, doch der Schock des Anblickes hatte ihn umgebracht.

Es war genauso wie er es immer prophezeit hatte: Es ging wieder los, das neue Zeitalter war eingeläutet worden, und diesmal würden sich die Kreaturen der Nacht nicht so einfach unterbekommen lassen.

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Spielbare Rassen sind Menschen, Magier, Hexer und Vampire. Schaut doch mal bei Interesse Vorbei..

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