~ Legends of Britannia ~

... frühmittelalterliches Rollenspiel zur Legende um König Arthur
 
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 Der Burghof

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Guinevere
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PostSubject: Der Burghof   05.02.07 16:23

Die künftige Königin Britanniens war mit ihren Begleitern soeben durch das Burgtor getreten.
Die Wachen hatten das kleine Grüppchen zwar verwirrt gemustert, es aber ohne Beanstandung eintreten lassen. Schließlich kamen die fremden Männer mit Guinevere. Keiner der Soldaten wagte es, der jungen Frau einen Stein in den Weg zu legen oder gar Rechenschaft von ihr zu verlangen.
Der Kiesel unter den Füßen der Drei knirschte als sie den Burghof überquerten. Guin seufzte leise. Innerhalb der hohen Burgmauern fand sie keinen Frieden. Sie fühlte sich wirklich wie in einem goldenen Käfig. Die junge Frau warf einen Blick zu Cadrian. Ob ihm die tristen Mauern geheuer waren? Eher nicht, schließlich war er ebenso seine Freiheit gewohnt. Ihre Gedanken bei Seite schiebend strich sich Guinevere eine verirrte Strähne ihrer dunklen Locken aus dem Gesicht, schenkte beiden ein Lächeln und ergriff dann das Wort.
"Die Audienz beginnt sobald die Sonne untergegangen ist. Wenn ihr davor noch etwas zu erledigen haben solltet, dann werden euch die Wachen in den Thronsaal geleiten. Ansonsten könnt ihr mit mir kommen."
Sie wollte Cad nicht sich selbst überlassen, nicht nach dem er sie vorhin gebeten hatte bei ihm zu bleiben. Als sie geendet hatte lehnte sie sich gegen den gemauerten Brunnen in der Mitte des Hofes und ließ den Blick schweifen. Der Geruch von frischem Heu und der Duft der Pferde stieg ihr in die Nase. Natürlich, sie waren ja auch nicht weit von den Stallungen entfernt. Guinevere lächelte. Dort wartete ihre Stute Treasa auf sie. Ihr Ein und Alles. Leider hatte sie in den letzten Wochen viel zu wenig Zeit gehabt sich um das Tier zu kümmern.
Als sie den Blick wieder zu Cadrian und Lucius wandte, fiel ihr zum ersten Mal das Pferd ihres alten Bekannten auf.
"Carasso...", schoss es ihr durch den Kopf. Sie konnte sich an das Roß erinnern, war es doch schon zu gemeinsamen Zeit ein treuer Begleiter ihres früheren Gefährten gewesen. Guin stieß sich langsam vom Brunnen ab und trat auf das Tier zu, senkte den Blick und hob eine Hand, um ihm sacht über die Nüstern zu streicheln.

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Lucius Bellator Magnus

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PostSubject: Re: Der Burghof   05.02.07 18:22

Skeptisch betrachtete er die Festung als sie sie Betraten. Er mochte solche Orte nicht. Es waren nur Zurschaustellung von Reichtum, Macht und Feigheit. Er mochte Burgen oder Befestigungen nicht. Schon früher in seinem Leben fanden in diesen die grausamsten Schlachten statt. Er konnte sich daran erinnern, wie man auf einer Burg kämpfte. Nämlich gar nicht. Die Belagerer ließen sie verhungern wie Getier und wenn man einen Ausfall wagte waren die Verluste durch die gegnerischen Bogenschützen die aus der Deckung schossen enorm…

Lucius tadelte sich wieder selbst. Noch immer dachte er wie ein Feldherr. Immer suchte sein Blick nach einer Schwachstelle, einer strategischen Möglichkeit und einem Rückzugsweg. Auch wenn er versuchte dies zu unterbinden. Er war und würde bis zum Ende seines Lebens ein römischer Heerführer sein. Auch wenn er versuchte das Leben eines Handwerkers zu führen würde er nie seine Vergangenheit leugnen können. Er schüttelte kurz den Kopf, dann ging er weiter. Er hoffte das sein Gedankengang uns seine kurze pause in der er lief nicht aufgefallen waren. Langsam holte er einen kleinen Beutel heraus, den er immer mit sich trug. Darin war alles was er brauchte. Er machte oft besuche bei reicheren Personen und trug deshalb aus Gewohnheit die nötigen mittel mit sich, die er brauchte um die Maße nehmen zu können. Er hatte alles dabei.

„Verehrte Königin, wenn es euch beliebt, würde ich gerne die Nötigen Information nehmen, die ich brauche um eure Klinge zu schmieden.“

Wieder lächelte er gespielt. Er hasse gespielte Höflichkeiten, es war nur Heuchlerei. Aber bevor er wusste wobei er bei der Königin war musste er seine Rolle spielen. Ob er wollte oder nicht.
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Guinevere
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PostSubject: Re: Der Burghof   05.02.07 21:20

Als Lucius das Wort ergriff ließ Guinevere von Cadrians Pferd ab und schenkte dem Schmied ein Lächeln. Er schien sein Angebot wirklich Ernst gemeint zu haben. Zuerst hatte sie ihm nicht wirklich geglaubt, da sie in letzter Zeit von vielen leeren Floskeln umgeben war. Anscheinend war der Mann aber wirklich jemand, der keine Versprechungen machte, die er nicht halten konnte. Schließlich nickte die junge Königin.

"Nur zu... benötigt Ihr dazu ein altes Schwert?", ihr Kurzschwert lag irgendwo in der Waffenkammer herum, bestimmt schon verstaubt. Es war zugegeben aber auch keine gute Waffe gewesen, was wohl daran liegen mochte, dass Guin auch viel lieber mit Pfeil und Bogen in die Schlacht zog.

Mit einem Zwinkern versuchte Guinevere schließlich, den Schmied dazu zu bewegen die Höflichkeiten abzulegen. Um ihre Geste zu verstärken, meinte sie lächelnd.

"Noch bin ich keine Königin. Es wäre mir sehr viel lieber, wenn wir auf diesen Titel und die üblichen Floskeln verzichten könnten. Nennt mich einfach Guinevere."

Da Cadrian seiner alten Freundin währenddessen deutlich zu verstehen gab dass er seine Aufgabe erledigt hatte und sich in dieser Umgebung nicht wohl fühlte, seufzte Guinevere kurz, verabschiedete sich dann aber doch mit einer sachten Umarmung von ihm.

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Lucius Bellator Magnus

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PostSubject: Re: Der Burghof   05.02.07 21:46

Lucius nickte der Königin zu als sie ihm das Angebot unterbreitete, das gespielte sein zu lassen.

„Nein werte Dame. Ich benötige keines eurer alten Schwerter. Zuallererst muss ich wissen, wie ihr mit einem Schwert Kämpft. Benutzt ihr es als eine Wucht- und Schlagwaffe oder ist euer Kampfstiel eher auf präzise Schnitte und Stöße ausgelegt? Dies sind wichtige Punkte, die ich bei der Form der Waffe zu beachten habe.“

Während er auf eine antwort wartete holte er seine kleine Tasche ganz heraus. Er öffnete sie und holte etwas heraus, das in ein feuchtes Leinentuch eingewickelt war. Es handelte sich um etwas feuchten Ton. Er Knettete die Masse, so das sie in etwa die Form eines Schwertheftes hatte.

„Wenn ihr diesen Ton bitte so in die Hand nehmen würdet, dass ihr ihn angenehm umfassen könnt aber trotzdem in der Lage seid ihn fest zu umklammern.“

Er reichte ihr den feuchten Klumpen. Er war gespannt darauf, ob sich diese Frau die Hände schmutzig machen würde. Schon viele Kunden zierten sich ihre Haut in Kontakt mit diesem „Dreck“ so wie sie es nannten zu bringen.

„Danach werdet ihr noch etwas anderes über euch ergehen lassen müssen.“

Er schmunzelte amüsiert. Wie viele Leute hatten ihn doch schon wegen seiner Methoden für verrückt gehalten. Denn wussten sie nicht, dass er sein Fach verstand und es weit mehr Dinge zu beachten gab als die meisten Schmiede überhaupt vermuteten.
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Morgaine

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PostSubject: Re: Der Burghof   05.02.07 22:01

Mit dem dumpfen Schnauben der erschöpften Pferde kam die Kutsche im Burghof des Schlosses an. Die beiden Rösser senkten ihre Köpfe und scharrten mit den Hufen über den kratzigen Boden. Die Türen der Kutsche öffneten sich und Morgaine richtete sich zwischen ihnen auf um gen Himmel zu blicken. Sie nahm das Gemäuer in Augenschein und folgte mit ihren Augen einer vorbeiziehenden Krähe. Der Kutscher hielt ihr seine Hand entgegen und die Aufmerksamkeit der jungen Frau war wieder im hier und jetzt. Mit hartem Blick stütze sie sich an seinem Arm ab um herabzusteigen.

„Wir sind angekommen, Mylady…“

Morgaine sah dem Mann nicht in die Augen sondern nickte nur.
„Ja, dass bin ich.“
Mit einem kratzigen Geräusch waren ihre ersten Schritte seit langem auf brittanischem Boden verbunden. Vor ihrem mit einem goldenen Schleier bedecktem Gesicht bildete sich der Nebel ihres Atems. Es war kalt in England, aber es war stark und trotzte Mensch und Natur. Wie hatte sie es vermisst.
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Guinevere
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PostSubject: Re: Der Burghof   05.02.07 22:13

Guinevere schien einen Augenblick zu Überlegen, ehe sie Lucius antwortete:

"Da ich es eher gewohnt bin mit Pfeil und Bogen zu kämpfen benutze ich ein Schwert hauptsächlich als Schlagwaffe."
Ja, mit dem Bogen konnte sie zweifellos besser umgehen, den Schwertkampf konnte man zwar nicht als eine ihrer Schwächen bezeichnen aber dennoch - sie war auf dem anderen Gebiet bewanderter.
Guinevere verfolgte Lucius Handlungen und lächelte. Niemals hätte sie ihm in sein Handwerk oder die Art und Weise wie er Maß nahm hineingeredet, sie vertraute bei einem Schmied immer auf dessen Können. Die junge Frau tat wie ihr geheißen und nahm den Ton ohne Beanstandung in die Hand. Ihr hatte es noch nie etwas ausgemacht sich die Finger schmutzig zu machen und das würde sich auch in Zukunft nicht ändern. Mit dem provisorischen Schwertheft in der Hand warf sie dem Schmied nun einen fragenden Blick zu und musste ob seines amüsierten Gesichtsausdruckes belustigt grinsen.
Guinevere wandte ihren Blick erst von Lucius ab als sie die herannahende Kutsche gewahrte. Hatte sich da etwa ein Fürst verspätet, der Artus die Treue schwören wollte? Als schließlich eine nobel gekleidete Frau aus dem Gefährt trat hob sie eine Augenbraue. Die Fremde wirkte eher wie eine Königin, als Guinevere es im Moment tat.
Die Wangen der jungen Piktin waren von der Kälte gerötet, ihre dunklen Locken flossen offen über die schmalen Schultern, während ihre gesamte Gestalt von einem groben Wollumhang bedeckt war. Ja, Guinevere wirkte eher wie eine einfache Magd als eine Königin, der Ton in ihrer Hand verstärkte diesen Eindruck noch. Dennoch bewahrte sie die Haltung und Grazie einer Königin, wirkte aber mit einem Schlag kühl und unnahbar - zumindest in Bezug auf die Fremde. Trotz deren prunkvoller Gewandung wirkte sie auf Guinevere alles andere als vertrauenswürdig und sie würde den Teufel tun und diese Frau ansprechen.
Stattdessen wandte sie sich mit einem neu gewonnen Lächeln wieder Lucius zu.

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Lucius Bellator Magnus

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PostSubject: Re: Der Burghof   05.02.07 22:25

Etwas uninteressiert sah er zu, wie eine Kutsche das Tor passierte und in den Hof fuhr. Kurz darauf verließ eine Frau diese. Lucius rümpfte unmerklich die Nase. Er mochte solche Frauen nicht, die ihren Wohlstand so hinaus posaunten. Dann wandte er sich wieder Guinevere zu.

„Verzeiht mir meine Wortwahl, aber ich bin froh, dass sich die zukünftige Regentin dieses Landes nicht scheut ihre Hände zu beschmutzen. Ich denke, ihr werdet eine gute Herrscherin.“

Lucius deutete eine Verbeugung an, dann nahm er den Klumpen Ton entgegen, wickelte ihn wieder in das Leinentuch und steckte ihn in ein kleines Holzgefäß aus seiner geräumigen Tasche. Dann holte er ein Säckchen, ein Messer und eine Kordel heraus. Er stellte sich neben Guinevere und hielt die Kordel an ihren Arm, so dass er die Länge von der Hand bis zu Schulter abnehmen konnte. Er schnitt die Kordel durch und steckte sie mit dem Messer zurück in die Tasche. Dann öffnete er das kleine Säckchen, das mit Bleikugeln gefüllt war. Er nahm einige heraus und schätze das Gewicht.

„Bitte nehmt dieses Säckchen. In ihm sind Gewichte. Ich möchte, dass ihr mir sagt ob das Gewicht für euch angenehm ist. Später wird die Klinge in etwa genauso schwer sein und ich möchte nicht, dass ich für euch etwas Schmiede, das ihr nicht führen könnt.“

Er reichte ihr den kleinen Beutel. Wieder war sein Interesse geweckt. Mittlerweile wusste er, dass er keine gewöhnliche Frau vor sich hatte, sondern jemanden der sich seine Bewunderung verdient hatte. Und dies aus vielerlei Hinsicht.
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PostSubject: Re: Der Burghof   05.02.07 22:25

Morgaine gefiel der Umtrieb der Handwerker und Bauern nicht die gab ihrem Kutscher eine eindeutige Geste und kehrte zur Kutsche zurück. Dieser blickte sich suchend um. Vor ihm stand ein Schmied und eine junge Frau. Er trat schnellen Schrittes auf die beiden zu und scherte sich herzlich wenig um die Unterhaltung zwischen den beiden.

"Ihr seid Schmied im Dienste des Königs? Unsere Pferde haben einen langen Weg zurückgelegt, seht Euch ihre Hufe an." Mit einem bei weitem unfreundlicheren Ton blickte er auf Guinevere. "Du, Mädchen, meine Herrin ist Gast des Banketts heute abend, hol Gesinde her!"
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Guinevere
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PostSubject: Re: Der Burghof   05.02.07 22:38

Guinevere betrachtete Lucius aufmerksam. Seine Methoden Maß zu nehmen faszinierten sie. Der Schmied ihres Heimatdorfes war ein plumper Mann gewesen, der es selten fertig gebracht hatte eine perfekte Klinge anzufertigen. Eines der wenigen Schwerter das über Britanniens Feuern geschmiedet worden war und wirklich als Meisterwerk galt war das, das Arthur führte. Excalibur stammte der Legende nach aus dem Feenreich, aber das war eine andere Geschichte.
Die junge Frau griff nach dem Säckchen und balancierte es in der Hand. Es war nicht zu leicht und nicht zu schwer, gerade richtig. Das mochte daran liegen das Guinevere von jeher das Gewicht der Waffen gewohnt war.
"Perfekt.", erwiderte sie mit einem Lächeln, während sie Lucius das Säckchen zurückgab. Sie würde diesen Mann zweifellos noch heute Abend ihrem zukünftigen Gatten empfehlen. Schon jetzt war sie der Meinung, dass man mit solchen Waffen jede Schlacht gewinnen konnte. Jedoch hielt sie den Mund. Lorbeeren schön und gut, aber so wie sie den Mann vor ihr einschätzte, würde er diese erst annehmen, wenn er ihr Schwert fertig hatte.
Sie wollte gerade noch etwas hinzufügen, als der Kutscher der gerade angekommenen Fremden auf sie zutrat. Auf seine Worte hin hob Guinevere abermals eine Augenbraue und schenkte ihm ihr bezauberndstes Lächeln, das mit einem spöttischen Blitzen in ihren dunklen Augen verbunden war.
"An Eurer Stelle würde ich auf meinen Ton achten."
Zwar legte die künftige Königin Britanniens keinen Wert auf Floskeln und übertriebene Höflichkeiten, wenn jemand allerdings die Frechheit besaß sie auf diese Weise anzusprechen, konnte sie zur Furie werden.
"Vor allem wenn Eure Herrin wirklich die Absicht hat bei König Artus vorzusprechen.", sie wandte den Blick gespielt hochtrabend von dem Kutscher ab und sah zu Lucius "Mein Schmied wird sich um die Hufe Eurer Pferde kümmern wenn wir beide es für nötig halten.", sie zwinkerte Lucius zu und wandte sich abermals an den Fremden "Mein Name ist Guinevere, ich bin die künftige Gemahlin des Artus und bald Königin dieses Landes. Eure Herrin hat sich also bei mir vorzustellen, und keinen ihrer törichten Bediensteten vorzuschicken."
Damit wandte sie dem Kutscher und seinem Gefährt den Rücken zu und kümmerte sich wieder um Lucius.
"Wo waren wir stehen geblieben?"

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Morgaine

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PostSubject: Re: Der Burghof   05.02.07 22:45

Dem Kutscher blieb das Wort im Halse stecken und er vergaß beinahe zu Atmen. Er duckte sich noch in der Bewegung. "Verzeihen Sie mir königliche Hoheit, aber ich..."

Wieder schwieg der Diener da seine Herrin die Kutsche verlassen hatte und den Hufschmied mit einem charmanten Lächeln bedachte. "Lucius... , vergib mir das Missverständniss.. Ich hätte nicht erwartet dich auf diesem Weg wiederzutreffen"
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Lucius Bellator Magnus

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PostSubject: Re: Der Burghof   05.02.07 22:55

Er nickte der Königin zufrieden zu, als sie das Gewicht für gut erklärte. Er nahm das Säckchen entgegen, ließ es getrennt von den anderen Kugeln in seine Tasche gleiten. Als er gerade etwas fragen wollte, trat ein Bediensteter der Frau, die gerade eingetroffen war zwischen sie. Als er verdutzt wirkte, nachdem Guinevere mit ihm gesprochen hatte, und er noch immer nicht gehen wollte baute sich Lucius mit seiner Imposanten Größe vor ihm auf. Er überragter den kleinen Mann um fast zwei Köpfe. Dann sprach er mit einer Donnernden, Drohenden aber nicht lauten stimme zu ihm.

„Wenn ihr nun den Anstand hättet uns zu verlassen und endlich die Worte der zukünftigen Herrscherin an diese Dame weiterzugeben wäre ich euch sehr verbunden. Ihr habt glück, dass unsere Königin so gnädig ist, und euch nicht wegen eurer Worte bestrafen lässt. Doch nutzt ihre Güte nicht aus, denn sonst werdet ihr wegen eurer Unverschämtheit doch noch bestraft.“

Wie um seine Worte zu Untermahlen legte er seine Hand an die Schwertscheide. Sein Daumen drückte langsam die Klinge aus dieser hinaus, so das ein leises, unangenehmes Geräusch von Metal auf Metal zu vernehmen war. Der Bedienstete schaute ihn von unten mit großen Augen an, bevor er panisch zurück zu seiner Herrin rannte und dabei in einem Pferdefladen ausrutschte. Dann wand sich Lucius wieder Guinevere zu.

„Noch eine Frage. Aus welchem material soll das Griffstück des Heftes sein? Bevorzugt ihr Draht, Leder, Holz, Elfenbein oder pures Metal? Und bei Draht oder Leder eher eine feste oder lockere Spannung? Ich will ja, dass euer Schwert gut in euren Händen liegt.“

Dann kam plötzlich diese Frau selbst zu ihnen. Sie sprach ihn mit seinem Namen an, doch er wusste nicht wer sie war.

„Verzeiht mir, aber kennen wir uns? Ich nehme an ich seid aus Rom, so wie ihr gekleidet seid. Ich war seid langem nicht mehr in dieser Stadt. Ihr müsst mir verzeihen, wenn ich euch nicht erkenne.“
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Guinevere
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PostSubject: Re: Der Burghof   05.02.07 23:10

Als der Bedienstete sich nach Lucius Ansprache so übereilt davonstahl musste Guinevere abermals belustigt grinsen. Wenn sie auch - als er ihr in Cadrians Gesellschaft begegnet war - zuerst skeptisch ob seines offensichtlichen römischen Akzents gewesen war, so hatte sie spätestens jetzt alle Bedenken bei Seite gewischt. Nicht alle Römer waren Tyrannen. Guin hätte nicht geglaubt dass sie eines Tages so denken würde, aber es war tatsächlich so. Dennoch blitzte vor ihren Augen plötzlich wieder das Bild des Kerkers des Marius Honrius auf, in dem sie so lange eingesperrt war. Sie verzog kurz das Gesicht, konzentrierte sich aber bald wieder auf das Wesentliche - und das waren momentan Lucius Worte.
"Nun, ich hatte bis heute nur mit Leder umwickelte Griffe in der Hand und habe gelernt dieses Material zu schätzen. Wenn es Euch möglich wäre es zu verwenden, wäre ich Euch sehr dankbar." Sie überlegte ob der nächsten Frage des Schmiedes kurz und ergriff dann wieder das Wort "Eher eine feste Spannung... mit einer gelockerten kann ich nicht so gut umgehen."
Die künftige Königin war noch in ihre Gedankengänge vertieft als die Fremde plötzlich wieder auftauchte und nun nicht einmal den Anstand besaß sie zu begrüßen. Als Lucius ihr antwortete legte sich Guinevere abermals ein Grinsen auf die Lippen. Eine Römerin also. Nun, das erklärte einiges.
Sie musterte die Fremde von Oben bis Unten.
"Vielleicht hättet Ihr die Güte Euch vorzustellen, ehe Ihr meinen Schmied mit Fragen löchert."
Sie wollte Lucius nicht das Gefühl geben, dass er ihr Untertan sein musste, hatte ihre Worte aber bewusst so gewählt.
"Sonst könnte es geschehen, dass ihr statt als Gast auf Camelot als Gefangene im Kerker der Burg landet.", sie untermalte diese Worte mit einem zuckersüßen Lächeln und strich sich eine verirrte Strähne aus dem Gesicht.

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Morgaine

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PostSubject: Re: Der Burghof   05.02.07 23:15

Morgaine stülpte den goldenen Schleier ihres Gewandes zurück und lächelte Lucius warm an. Sie streckte ihm mit einem sanften Lächeln die Hand entgegen.

"Dann erinnerst du dich nicht mehr an Morgaine die so oft auf den Gesellschaften deiner Eltern war? Mein Mentor und meine Erzieherin waren eure häufigen Gäste... Es ist wahr, es ist viel Zeit vergangen. Aber in deiner Abwesenheit hat sie sich nur mit Leere gefüllt"

Ihr eben noch so freundliches Lächeln erstarb mit einem Male. Sie blickte Guinevere kalt in die Augen. Ihr Blick taxierte sie mit einem kühlen Lächeln. "Ich werde euch meinen Namen zu gegebener Zeit nennen, heute Abend ist der rechte Zeitpunkt für euch ihn zu erfahren. Und seit auf der Hut wem ihr Knechtschaft und Verließ androht bevor ihr seinen Rang kennt, mein Kind"
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Lucius Bellator Magnus

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PostSubject: Re: Der Burghof   05.02.07 23:25

Lucius musterte die Frau, doch er erkannte sie nicht. Der Name, Morgaine, kam ihm bekannt vor, doch er erinnerte sich nicht.

„Es tut mir leid, doch ich erinnere mich nicht. Ich habe nur noch wenige Erinnerungen an meine Jugend. Meine Vergangenheit wurde durch die Legion Roms bestimmt. Doch nun bin ich Schmied am Hof des Artus und als solcher bringe ich euch denn nötigen Respekt entgegen.“

Lucius betonte gerade das Wort „nötig“ und anstatt ihre Hand entgegen zu nehmen und sie angemessen zu begrüßen deutete er eine Verbeugung an. Wobei er wieder dank seiner Größe diese als nicht unterwürfig, sondern als überlegen demonstrieren konnte ohne irgendein Etikett verletzt zu haben.

Eines war klar. Er mochte diese Frau nicht. Er mochte sie sowenig wie denn gesamten römischen Adel die ihren Profit mit der Unterwerfung anderer machten. Die Intrigen spannen und sich in Heucheleien ertränkten. Das war der Grund warum er Rom verlassen hatte. Es wurde Dekadent.

Als er zu Ende gesprochen hatte, stellte er sich leicht hinter Guinevere. Bei seiner gebärde achtete er darauf es aussehen zu lassen, wie ein Diener, der sich unterwürfig hinter seine Herrin stellte, während sie mit einer wichtigen Person sprach. Doch Wirkte er mit seinem Waffengehänge alles andere als wie ein unterwürfiger Diener, sondern mehr wie ein Kampfhund, der auf den befehl seiner Herrin wartete.
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PostSubject: Re: Der Burghof   05.02.07 23:37

Guinevere hatte sich ihre Meinung über die Fremde gebildet. Arrogant, unfreundlich und nicht würdig, sich weiter mit ihr zu beschäftigen. Als sie das Wort an Lucius richtete musste sich die künftige Königin ein amüsiertes Lächeln verkneifen. Glaubte diese Frau denn wirklich, dass ein so symphatischer und natürlicher Mensch wie Lucius sich an eine solche Furie erinnern würde?
Als die Römerin dann auf Guineveres Worte reagierte, blieb diese vollkommen ruhig. Eiskalt musterte sie ihr Gegenüber ein weiteres Mal, immer noch mit dem spöttischen Funkeln in den schönen Augen, aber mittlerweile beinahe lachend.
"Der Rang einer Römerin ist für mich weniger von Bedeutung als der eines Maultieres. Und wenn ihr der Papst persönlich wärt, hättet Ihr Euch mir gegenüber dennoch so zu verhalten, wie ICH es an MEINEM Hof erwarte."
Mit diesen Worten wandte sie sich von der Fremden ab und wieder Lucius zu.
"Lasst uns hinauf gehen, die Audienz beginnt bald."

TBC: Der Thronsaal

OOC: Wie immer, ich poste dort gleich Very Happy

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PostSubject: Re: Der Burghof   05.02.07 23:42

Ohne ihre Standhaftigkeit zu verlieren hatte Morgaine Lucius angeblickt. Es traf sie schwerer als erwartet, diese allzudeutliche Abkehr. Strenge und wohl auch zum ersten Mal nachdenklichkeit war in ihr Gesicht getreten. Sie hatte mehr von dieser Begegnung erwartet. Viel mehr.

Mit ruhiger Stimme richtete sie noch einmal das Wort an ihn. "Ich habe dich immer als Mann in Erinnerung behalten, der die Stärke und Zuversicht besitzt zu führen anstatt zu folgen. Ich hoffe dass du dich auch daran eines Tages erinnern wirst, Lucius"

Guineveres Rede nahm sie ohne eine weitere Regung hin. Sie wartete bis die Königin an ihr vorüberzog, dann kehrte sie selbst zu ihrem Gepäck zurück. Mittlerweile hatten es Zofen aus der Festung geschafft, sich nützlich zu machen.
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Lucius Bellator Magnus

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PostSubject: Re: Der Burghof   05.02.07 23:54

Diese Frau hatte Recht. Früher hatte er geführt. Er hat an der Spitze seiner Männer diese in die Schlacht für ein Rom geführt, dass es lange nicht mehr gab. Sie gehörte zu den Menschen die seine Kameraden bereit waren zu Opfern für ihr eigenes Wohl. Er war sich sicher, diese Frau hatte noch nie auf einem Schlachtfeld gestanden. Noch nie ihre Freunde tot, von Blut überströmt zerstückelt und zertrete im vom Blut durchtränkten, weichem Boden liegen gesehen. Noch nie die Verantwortung für so viele Leben gehabt und die Pflicht diese in eine Schlacht zu führen für eine Stadt die ihre Ideale gegen Wohlstand und Gewissenlosigkeit eingetauscht hatte. Sie musste nicht jeden Tag damit verbringen die Schreie der Männer zu hören, die ihren letzten Atem unter Qualen hervorpressten.

Noch einige Augenblicke rang er mit den Erinnerungen, die in ihm hervorkamen. Bleiche Gesichter mit Leeren Augen. Abgetrennte Körperteile und den Blick derer, die schwer Verwundet waren und ihrem Tod entgegen blickten. Er atmete Tief durch. Seine Miene war wieder starr von Gefühlen die versuchten sich auszudrücken, es aber nicht konnten.

Er drehte sich um und folgte Guinevere. Er sagte nichts, sondern folgte ihr nur durch die Steinernen Korridore.


TBC: Der Thronsaal
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Der Burghof
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