~ Legends of Britannia ~

... frühmittelalterliches Rollenspiel zur Legende um König Arthur
 
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 Straßen & Wege

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Cadrian

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PostSubject: Re: Straßen & Wege   04.02.07 22:50

Hatte nur noch schnell Carasso losgebunden und hielt diesen nur locker an den Zügel, führte ihn somit neben sich her, obwohl dieser sowieso nicht von seiner Seite wich. Wenigstens einen Verbündeten hatte er noch, auch wenn irgendwie alles andere aus seinem Leben gewichen schien. Doch er war kein Mensch des Selbstmitleides, er wollte nicht in einem Meer ertrinken, wo er schon das Ufer fast erreicht hatte. Fest hielt er den Sack mit seinen wenigen Habseligkeiten umklammert und er wartete beinahe darauf, dass sie das Wort ergriff. Schließlich hatte er nur die Aufgabe, sie zur Burg zu begleiten und er wusste nicht einmal, wie sie am schnellsten dort hingelangten, ob sie überhaupt auf der Hauptstraße waren oder ob sie noch einmal abbiegen mussten.

Ein Schnauben seines Hengstes ließ ihn kurz aus den Gedanken aufwachen und er starrte das Tier an, klopfte ihm dann aber nur auf den Hals und packte ihn dann sogleich wieder an den Zügel, als hätte er Angst, dass er ihn doch auch noch verlassen könnte. Schließlich hatte er, soweit er es bis jetzt beurteilen konnte, nicht einmal mehr die Guinevere neben sich, die er kennen und mögen gelernt hatte. Doch trotzdem war der Funken Hoffnung noch nicht erloschen, dass sie immer noch die gleiche war.
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Guinevere
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PostSubject: Re: Straßen & Wege   04.02.07 22:58

Die künftige Königin Britanniens musterte ihren Begleiter einen stillen Augenblick von der Seite. Es gab keinen Zweifel, Cadrian war noch immer derselbe. So ruhig und nachdenklich war Guineveres alter Freund schon in ihrer beider Jugend gewesen. Sie zog die Kordel am Ausschnitt ihres Umhangs zu und vergrub die Hände in den mit Wolle gefüllten Taschen. Cadrian schwieg noch immer. Langsam aber sicher wurde Guinevere ein wenig ungehalten. Da sahen sie sich nach Jahren wieder und dann hatte er nicht einmal etwas zu sagen?!
Es dauerte nicht lange bis sie sich dazu durchrang ihm mit dem Ellbogen kräftig in die Seite zu boxen. Als er sie daraufhin ansah, lag ein schelmisches Grinsen auf ihren Lippen.
"Nur weil ich Königin bin, heißt das nicht dass ich ruhig oder nachsichtig geworden bin. Du weißt ganz genau dass ich es nicht mag, wenn du mich so langweilst!"

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Cadrian

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PostSubject: Re: Straßen & Wege   04.02.07 23:07

Nun war er es, der ein seltsames Geräusch von sich gab. Ein Grummeln, beinahe schon eine Art Knurren. Er hatte nicht einmal eine Hand frei, um sich irgendwie zu wehr zu setzen. Doch hätte er überhaupt Hand an ihr gelegt, wäre es anders gewesen? Er verdrehte auf ihre Worte hin lediglich die Augen. „Dann geh doch keine Ahnung wohin. Ich mache nur das, was man mir aufgetragen hat und dann verschwinde ich wieder. Dann habt Ihr mich los, meine Königin.“ Der letzte Satz klang bissiger als gewollt und vor allem verwunderte es ihn selbst, dass er das alles gesprochen hatte. Auch wenn sie vielleicht nicht gleich heraushörte, dass er nicht nur meinte, dass er von ihrer Seite weichen wird. Nein, er meinte, er würde aus Camelot verschwinden. Doch ausgesprochen hörte es sich auf einmal merkwürdig an. Vor allem deswegen, weil sich dann die Wege der beiden nicht mehr kreuzen würden.

Er sah sie an, betrachtete sie und plötzlich ließ er den Sack auf den Boden fallen und ließ Carasso los, der widerspenstig und überrascht zurück wich. Schnell hatte er die Handgelenke der jungen Frau gepackt und sie gegen eine nahe Häuserwand gedrückt. Ein Grinsen zeichnete sich auf seinen Lippen ab. Was soll’s? Der alten Kinderzeit zu liebe, die er in gewisser Weise vermisste. Alles wurde kompliziert, als er sie verlassen musste und nun konnte es ruhig noch komplizierter werden. Vielleicht fand er dann wieder richtige Freude am Leben. Sein Griff war nicht fest, doch stark genug, um zumindest die ersten Wehr von ihr abwehren zu können. Doch sicherlich könnte sie sich befreien, würde sie ihre ganze Kraft und Hinterlist aufbringen. Plötzlich wurde er jedoch ernst und er drückte sie mit seinem Körper gegen die Wand. Nein, er wollte sie nicht bedrängen, ihr keine Angst einjagen oder sonstiges. Er wollte nur … glücklich sein und das verwehrte sie ihm damit, dass sie tatsächlich die Königin wurde. „Dann zeig mir mal, wie sich der Falke im goldenen Käfig fühlt.“
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Guinevere
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PostSubject: Re: Straßen & Wege   04.02.07 23:32

Wie gut sie diese Reaktion doch kannte. Wenn Cadrian wütend, enttäuscht oder unsicher war, hatte er sich schon immer zurück gezogen oder sie weggeschickt. Ganz gleich was in den letzten zehn Jahren seines Lebens passiert war, in dieser Hinsicht hatte er sich nicht geändert. Das Grinsen wich ob seiner Worte nicht von Guineveres Lippen. Natürlich, ihm gefiel es nicht, dass er ihr Respekt zollen sollte - ihr, die er schon immer gleichzeitig geliebt und gehasst hatte. Anstatt ihn zu trösten oder nach seiner Hand zu greifen zuckte Guin nur mit den Schultern und setzte ihren Weg fort. Er würde sich schon wieder beruhigen.
Als er den Sack mit seinen Habseligkeiten fallen ließ und blitzschnell ihre Handgelenke umfasste, war die junge Frau nicht einmal mehr in der Lage zurückzuweichen. Er hatte sie überrascht. Das war der einzige Weg sie in eine solche Lage zu bringen. Sekunden später spürte sie seinen Körper dicht an ihrem und sah ihm wütend in die Augen. Was sollte das? Wie konnte er es wagen, sie so zu behandeln? Sie, die künftige Königin dieses Landes.
Guinevere wollte sich wehren, doch im ersten Augenblick scheiterte sie kläglich. Die Mauer hinter ihr gab nicht nach, ebenso wie Cadrian vor ihr, der um ein ganzes Stück stärker geworden war.
Als er nun das Wort ergriff hob sie angriffslustig eine Braue, musterte ihn einen stillen Augenblick und spielte dann den einzigen Triumph aus, der ihr geblieben war, indem sie ihn verwirrte. Guin stemmte sich mit ihrem Körper gegen Cadrian, riss dann den Kopf herum und biß ihm so lange und so fest ins Handgelenk, bis sie Blut schmeckte.

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PostSubject: Re: Straßen & Wege   04.02.07 23:40

Es war ihm klar gewesen, dass sie nicht antworten würde, auch wenn er es gehofft hatte. Er verlange Erklärungen auf Fragen, die er nicht stellen konnte, wusste er sie selbst nicht einmal. Und diese Frage war wohl selbst für dieses Biest zu bissig gewesen, doch was kümmerte es ihn? Immer noch sah er sie an, wartete. Er hatte mit solch einer Reaktion gerechnet, zumindest mit der ersten. Dass sie wie ein wildes Tier zubeißen konnte hatte er irgendwie vergessen, verdrängt. Schnell ließ er sie los. „Bei den Göttern noch einmal!“, fluchte er und schlug aus Reflex und Gewohnheit mit der flachen Hand nach ihrer Wange. Ob er traf oder nicht war ihm gleichgültig. Alsbald wedelte er mit der „verwundeten“ Hand, die er schließlich zum Mund führte und dann sacht mit der Zunge über die Bisswunde leckte. Seine Augen blitzten kurz vor lauter Wut noch auf, doch dann wandte er sich ab. Sie war doch noch die gleiche. Wenigstens etwas. Und trotzdem wird er ihr nicht den Respekt zollen, den sie sich durch eine Heirat erkauft und nicht verdient. Zumindest einmal nicht von ihm. Er zog die Unterlippe in den Mund hinein und ließ einen Pfiff ertönen, hatte sich Carasso doch abgewendet und die Aufmerksamkeit musste er sich zuerst verdienen.

Nachdem dieser angetrabt gekommen war, hob Cadrian den Sack hoch und band ihn auf Carassos Rücken fest, damit er diesen wenigstens nicht mehr tragen musste. Er packte dessen Zügel und sah Guinevere noch einmal an, schritt dann aber los. Sollte sie doch hinlaufen wo sie wollte. Er würde jetzt zur Burg gehen, wenn sie ihm folgte und sonst würde er schauen, wohin ihn seine Füße trugen.
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Guinevere
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PostSubject: Re: Straßen & Wege   04.02.07 23:52

Als Cadrian zu fluchen begann legte sich Guinevere ein überlegenes Lächeln auf die Lippen. Hatte er jetzt endlich begriffen, dass die künftige Ehe und Verantwortung sie nicht verändern würde? Sie wich seinem Schlag im letzten Augenblick aus. Guinevere würde immer sie selbst bleiben. Wenn man es unter der Folter nicht geschafft hatte sie einer Gehinrwäsche zu unterziehen, dann würde es auch keiner von Artus hochgestochenen Beratern schaffen. Da Cadrian wieder nach seinem Pferd pfiff, beschäftigte sich Guinevere vorerst damit ihre Gewänder glatt zu streichen, folgte ihrem alten Freund dann aber doch ohne groß zu überlegen.
Die Feindseligkeit zwischen ihnen war nicht echt, das wusste Guinevere genauso gut wie Cadrian. Auch wenn es sich beide niemals eingestanden hatten, so war doch der jeweils andere ein fester Bestandteil ihres Lebens. Zudem war Cadrian in Guineveres Augen ihre erste Liebe gewesen, aber das sprach sie noch weniger aus wie irgendetwas anderes.
Guinevere beschleunigte ihre Schritte und griff dann - als sie wieder auf Augenhöhe mit Cadrian war - nach seinem Arm.
"Du benimmst dich wie ein unpässliches Frauenzimmer. Ich verstehe dich nicht. In der Taverne hast du dich noch so gefreut mich zu sehen, du weißt dass ich keinen Respekt von dir erwarte, nur weil mich in ein paar Wochen einige Menschen als ihre Königin bezeichnen werden. Ich bin noch immer die Alte." Nun zwang sie ihn stehen zu bleibe und sie anzusehen. "Verdammt Cad, niemand hat mir all die Jahre so gefehlt wie du. Glaubst du denn, dass das alles für mich leicht ist? Ich bin unter lauter Fremden eingesperrt und soll einen Mann heiraten, den ich zwar respektiere und liebe, aber noch nicht einmal einen Monat kenne..."

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Cadrian

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PostSubject: Re: Straßen & Wege   05.02.07 0:03

Cadrian vernahm deutlich die Schritte der jungen Frau und es fiel ihm beinahe ein Stein vom Herzen. Er wäre wohl noch mehr enttäusch gewesen, wenn sie einfach stehen geblieben wäre, ihn ziehen gelassen hätte. Zuerst ließ er sich nur widerwillig packen, war sogar darauf aus sich wieder los zu reißen. Doch als sie das erste Wort an sich riss, ließ er es zu, dass sie seinen Arm fest im Griff hielt. Ja, wahrscheinlich verhielt er sich wirklich ein „unpässliches Frauenzimmer“, wie sie es zu nennen pflegte. Doch hatte er sich nicht immer schon so benommen? Er hörte ihr zu, wie er es schon immer getan hatte, wenn sie etwas wirklich bedrückt hatte. Auch er hatte sie geliebt, auf seine Art und Weise. Und er musste sich eingestehen, dass ein gewisser Teil der Liebe noch da war. Ein Teil, der wusste, dass sie für ihn mehr war, wie eine Schwester. Natürlich hatte er sich damals ausgemalt, wo die beiden einmal stehen würden und so hatte das ganz sicher nicht ausgesehen.

Sie hatte ja Recht, sie war noch die gleiche. Er hatte nur die Augen vor dieser Tatsache geschlossen, die Bisswunde war nur ein Beweis dafür, dass er sich wie ein kleines Kind benahm. Ein leiser Seufzer entfuhr seiner Kehle und er befreite sich nun doch geschickt, aber trotzdem sanft, von ihrem Griff. Schnell hatte er seinen Arm um ihre schmalen Schultern gelegt, die Hand auf das Ende der einen Schulter sanft bettend. Sanft und doch gewissenhaft drückte er sie nun zu sich, sodass ihr Kopf in seine Nähe kam und er ihr einen sanften Kuss auf das Haupt hauchen konnte. Nur ein Zeichen, dass er sie weiterhin achtete. Er zwang sie nun trotzdem weiter zu gehen, wenn auch nur sehr langsam. Jedoch wollte er nicht weiter nur sinnlos herumstehen. Bei dem ganzen ließ er jedoch nicht von ihr ab, drückte sie weiterhin sacht an sich. Viele würden sich bei diesem Anblick wohl denken, dass es sich um ein Liebespaar handelte, doch dem war nicht der Fall, auch wenn das nur Guinevere und Cadrian selbst wussten.
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Guinevere
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PostSubject: Re: Straßen & Wege   05.02.07 0:10

Das Cadrian sie nun doch nicht so gefühllos abwies ließ Guinevere aufatmen. Es hätte ihr sehr weh getan einen so treuen Freund zu verlieren. Cadrian besaß einen Teil ihres Herzens. Als sie noch Kinder gewesen waren hatte Guin ihn zur Familie gezählt - zu einer sehr kleinen Familie, denn die junge Piktin war nur die Liebe ihres Vaters gewohnt gewesen, hatte sie ihre Mutter doch nie kennen gelernt. Als Cadrian sie nun umarmte tat sie es ihm gleich, drückte sich einen Augenblick an ihn und schenkte ihm dann ein Lächeln, das keiner Worte bedurfte. Sie schwiegen beide, wussten sie doch dass sie einander mit dieser Umarmung genug gesagt hatten. Und doch wusste Guinevere, dass ihr der baldige Abschied von ihrem Freund schwer fallen würde. Das Burgtor lag nicht mehr allzu weit entfernt und sie wusste, dass sie dieses menschenleere Gässchen bald verlassen würden, um auf die Hauptstraße zu gelangen, auf der geschäftiges Treiben herrschte. Sie musterte ihren Begleiter kurz von der Seite. Würden sei einander überhaupt wiedersehen?
"Du... wirst doch hier bleiben, oder?", fragte sie zaghaft, sich nur ein Nicken wünschend.

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Lucius Bellator Magnus

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PostSubject: Re: Straßen & Wege   05.02.07 0:14

Langsam schritt er die Straße entlang. Er befand sich, so wie es aussah wohl in Richtung Taverne unterwegs. Er überlegte kurz, ob er sich einen Krug Met gönnen sollen, doch war ihm nicht wirklich nach Alkohol. Als er so gedankenverloren ging kam ihm ein Mann mit einem Pferd entgegen. Lucius musterte ihn. Die art wie er lief verriet einiges. Schnelle, nach vorne und kurze Schritte. Er lächelte in sich. Er war wohl nicht der einzige, der keine gute Laune hatte. Als der Fremde ihm näher kam konnte er sehen wie er von einer jungen Frau eingeholt wurde. Unweigerlich konnte Lucius einen Teil dessen hören, was die Beiden besprachen. Das was ihm am meisten verwunderte war, das die Frau davon sprach Königin zu werden. Sicher hatte er gehört, dass ein Artus zum König gekrönt würde und eine Piktin heiratete. Doch nie hätte er vermutet, diese zukünftige Königin im streit mit einem Mann auf der Straße zu treffen und sich kurz darauf von diesem umarmen und auf die Stirn küssen zu lasen.

Nunja. Ihm war es gleich. Jeder Mensch musste wissen, was er tat. Und das respektierte er. So ging er langsam weiter bis er den beiden entgegenkam und fast auch gleicher Höhe mit ihnen auf der Straße stand. Langsam neigte er den Kopf, ballte die faust und legte sie an die Brust und sprach mit einem neckischen aber gut gemeinten Ton einen Gruß, der sie als Königin bezeichnete. Dann erhob er wieder sein Haupt und zwinkerte Guinevere zu. Er wollte weitergehen, doch dann hielt er in der Bewegung inne.

„Herrin. Ich bin nur ein Schmied, doch hörte ich dass der König eine Audienz abhalten wird. Ist es dem Pöbel wie mir gestatten, die begehre Vorzutragen?“

Lucius sprach wissentlich leicht übertrieben und gesüßt. Es war kein hohn, sondern nur Vorsicht. Wegen übertriebener Höflichkeit konnte man nicht gehängt werden. Soviel war nämlich sicher.
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Cadrian

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PostSubject: Re: Straßen & Wege   05.02.07 0:19

Er hatte weiterhin keine Ahnung, wann er wo ankommen würde. Er vertraute auf die Führung Guineveres und hoffte, dass es noch länger dauern würde, auch wenn ihm sein Verstand schon wieder sagte, dass dies gar nicht sein kann. Schließlich sah er ja, dass die Burg nicht mehr weit von ihnen entfernt war. Auf ihre Frage hin verkrampfte sich seine Hand, welche auf ihrer Schulter lag und er legte den Kopf in den Nacken. Er betrachtete den leicht bewölkten Himmel, als hätte dieser für ihn die Antwort auf die Frage. Langsam sah er jedoch wieder nach vorne, schaute, wohin die beiden liefen und er hörte schon das Gemurmel von einigen Leuten. Also konnte es nicht mehr lange dauern. Noch mehr verlangsamte sich sein Schritte, er wollte diesen Moment hinauszögern. „Ich weiß es nicht.“, sagte er schließlich wahrheitsgemäß, zerfraß ihn der innere Zweifel an allem doch noch immer. Seine Lider senkten sich für einen kurzen Moment über seine Augen und endlich lockerte sich seine Hand. Nachdem er die Luft tief in seine Lungen gezogen hatte, was deutlich an dem starken Heben des Brustkorbes zu erkennen war, setzte er erneut zu einer Bemerkung an, die sicherlich nicht nur ihn überraschte. „Lass mich nicht alleine, Guinevere …“ Er stockte, ja, es überraschte ihn wirklich so etwas gesagt zu haben, denn es war etwas, was tief in seinem Inneren verankert war, was er jedoch normalerweise nicht nach außen tragen würde. Es war das Gefühl der Angst, Angst alleine zu sein, was nicht zu ihm passte, wollte er doch normalerweise die Ruhe. Doch Ruhe hatte er sechs Monate lang mit Carasso gehabt und so schüttelte er den Kopf, riss erneut das Wort an sich: „Ich bleibe, denke ich … Zumindest bis zu deiner Hochzeit.“, sprach er, obwohl er das Wort Hochzeit mit einem amüsierten Grinsen quittierte.

Erst jetzt merkte er, dass sich ein Mann ihnen näherte. Schnell blieb er stehen und nahm den Arm von der Schulter der Frau, hatte man ihn gerade unweigerlich daran erinnert, wen er dan in den Armen hielt. Ja, Audienz, deswegen musste, durfte er sie ja begleiten. Ob er auch teilnehmen sollte? Nein, er hatte seine Karten beim König verspielt, es wäre sicherlich keine gute Idee.
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Guinevere
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PostSubject: Re: Straßen & Wege   05.02.07 0:40

Guinevere hatte sich schon am Anfang ihrer beider Begegnung gefragt, weshalb Cadrian dermaßen unter Stimmungsschwankungen litt. Jedoch besaß sie genügend Feingefühl ihn nicht zu fragen. Sie hatte keine Ahnung, was ihm in den letzten Jahren wiederfahren war und hielt es auch nicht für angemessen ihn jetzt mit der Vergangenheit zu belästigen. Als er dann spät aber doch auf ihre Frage antwortete und einen noch viel betrübteren Eindruck wie zuvor machte seufzte Guinevere leicht. Sie hatte so etwas erwartet, obwohl sie nicht wusste weshalb. Die junge Frau wollte etwas erwidern, sah dann aber wie schwer es Cadrian fiel ruhig zu bleiben. Was war nur geschehen? Irgendetwas musste ihn schwer belasten. Schwerer als die Tatsache, dass die Freundin seiner Kindertage Königin werden sollte.
Sie strich kurz über seinen Handrücken, ließ sich die besorgte Miene aber nicht ansehen und begann erst zu lächeln, als seine Lippen eine Antwort formten. Zwar klang diese sehr hilflos, doch Guin wusste, dass sie Cadrian nur helfen konnte, indem sie gute Miene zum Trauerspiel machte.
"Ich lass dich nicht alleine Cad. Nicht noch einmal." Sie wollte sehen, was sie tun konnte. Möglicherweise fand sie für ihren Kindheitsfreund sogar eine angenehme Stellung auf der Burg - aber das sprach sie jetzt nicht aus, kannte sie ihn doch gut genug um zu wissen, dass er soetwas im Moment nur abgelehnt hätte. Als sich dann wieder ein Grinsen auf seinen Lippen bildete boxte ihn Guinevere abermals in die Seite, diesmal aber nur leicht und schmerzlos.
"Kannst wohl nicht damit leben, dass du mich kein zweites Mal mehr küssen darfst, was?", nun grinste auch sie ebenso amüsiert wie schelmisch.
Guin merkte ebenfalls spät dass sich ein Fremder näherte, war aber über dessen Reaktion ihr gegenüber durchaus überrascht. So überrascht, dass sie beinahe zu Lachen begonnen hätte. Wenn all die zukünftigen Untertanen so waren, hätte sie keine Probleme mit ihrer Stellung als Königin. Sie durchschaute Lucius sofort, sagte aber nichts. Erst als er schon beim Gehen war und sich dann nochmal umwandte um ihr eine Frage zu stellen, begann sie zu reden.
"Natürlich. Wenn nicht würden wir doch alleine im Thronsaal sitzen." Ein Lächeln lag auf ihren Lippen. "Es würde mich freuen, wenn Ihr der Audienz beiwohnen würdet. Schließlich werde auch ich eines Tages wieder einmal in den Kampf ziehen müssen und ein neues Schwert benötigen." Guinevere dachte nicht daran das Kämpfen aufzugeben. Das würde ihr niemand nehmen - weder ihr künftiger Gemahl, noch dessen Berater oder irgendjemand sonst. Sollte es eine Schlacht geben, würde sie an vorderster Front kämpfen. Koste es, was es wolle.

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Lucius Bellator Magnus

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PostSubject: Re: Straßen & Wege   05.02.07 0:55

Lucius, der mehr gehört hatte als er sollte, verhielt sich diskret. Er lies es sich nicht anmerken und Mimte immer noch den unwissenden Untertan. Er nickte abermals erneut, als Guinevere zu Ende gesprochen hatte.

„Ich danke euch, gnädige Herrscherin. Und wenn es euch nach einem Schwert begehrt, werde ich als Zeichen meiner Wertschätzung euch zu eurer Hochzeit eine Klinge anfertigen, die jede andere Britanniens in ihrer Schönheit übertrumpfen wird, so wie die Frau die sie führen wird.“

Lucius lächelte erneut. Diesmal war es aber kein gespieltes, sondern ein ehrliches lächeln.

„Wenn ihr es mir gestattet, so würde ich euch begleiten, um die nötigen Maße von euch zu nehmen, die ich für die Anfertigung der Klinge, die nur für eure Hände bestimmt sein wird, zu bekommen. Ich hoffe ihr gestattet mir diese bitte.“

Und wieder senkte Lucius der form halber das Haupt vor der Königin, wobei seine Größe verhinderte, das es irgendwie unterwürfig wirkte, da er die beiden immer noch in der Größe übertrumpfte.

„Doch ich vergesse mich. Ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Lucius Bellator Magnus. Ich bitte euch mir meine Unhöflichkeit euch zu vergeben. Auch euch bitte ich um verzeihung.“

Bei den letzten Worten wandte er sich in Richtung Cadrian’s

„Es geziemt sich nicht, ohne den eigenen Namen genannt zu haben ein Gespräch zu eröffnen. Erst recht nicht gegenüber der Königin. Wenn ihr mich bestrafen wollt, so werde ich es über mich ergehen lassen.“

Noch immer spielte er die Rolle des unwürdigen Schmiedes, der seine Strafe erwartete für seine Unverschämtheit der Königin gegenüber. Bei den letzten Worten hörte er auf zu lächeln. Stattdessen kämpfte er mit sich, nicht loszuprusten.
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Cadrian

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PostSubject: Re: Straßen & Wege   05.02.07 1:06

Während die Worte Guineveres dem jungen Mann wohlwollen schenkten, konnte der Fremde bei ihm nur ein heben der Augenbraue bewerkstelligen. Ein sehr … unterwürfiger Mensch, nicht sein Geschmack. Doch Schmied war immer gut. Es gefiel ihm, dass Guinevere nicht mit dem Kämpfen aufgehört hatte und er war sich sicher, dass sie eine vorbildliche Kriegerin war und sicher schon mehr Erfahrung als er selbst gesammelt hatte. Schließlich war sie der Wildfang unter den beiden und er in gewisser Weise das genaue Gegenteil von ihr.

Ein Mundwinkel zuckte in die Höhe, als sich der Herr zu ihm wandte. Er hatte gehofft, dass er schön aus der Sache gehalten werden konnte, doch dieser Lucius musste ihn natürlich jetzt auch noch eine Art von Höflichkeit entgegenbringen. „Cadrian.“, ertönt es so von dem Mann, um die „Höflichkeit“ zu erwidern und sich nicht auch noch gezwungen zu fühlen, sich zu entschuldigen für etwas, was er nicht einmal als besonders unhöflich oder dergleichen empfand. Er hatte schon genügend Gespräche geführt ohne jemals den Namen des anderen erfahren zu haben.

Langsam beugte sich Cadrian zu dem Ohr Guineveres hinab und hauchte leise in einem flüsternden Ton: „Es ist mir egal, ob dieser Kerl jetzt da mitkommt oder nicht, aber lass uns weitergehen.“ Erst jetzt ertönen die letzten Worte des Mannes und Cadrian konnte sich nicht halten und grinste schelmisches: "Dann kriecht doch auf dem Boden zu der Burg hin, wenn Ihr schon bestraft werden wollt." Natürlich war ihm bewusst, dass er nicht das Recht hatte, so etwas zu sagen, schließlich hatte der Fremde auch mit Guinevere gesprochen, doch war es ihm in einer gewissen Weise auch gleichgültig, schließlich hatte er es ja herausgefordert. Ohne noch ein Wort verlauten zu lassen, setzte er sich in Bewegung, wieder das Spiel beginnen lassend, dass er schon vorher getan hatte. Entweder sie folgte ihm, oder sie ließ es sein. Natürlich wollte er an ihrer Seite sein, doch würde der Abschied so oder so in wenigen Minuten kommen, ob nun früher oder später war auch schon egal.
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PostSubject: Re: Straßen & Wege   05.02.07 14:35

In alter, vor allem jedoch schlichtweg schlechter Angewohnheit mit den Fingerspitzen auf den einen Zähnen trommelnd, bahnte sich die hochgewachsene Gestalt, welche der Aufmerksamkeit etwaiger Entgegenkommender komplett entgehen zu schien, einen Weg durch eben jene, wobei sie nicht umhin kam, ein etwa achtjähriges Mädchen, das nicht zu wissen schien, zu welcher Seite es ihr ausweichen sollte, kurzum vom hochzuheben und in Folge dessen hinter sich abzusetzen. Tatsächlich ärgerten sie die Überlegungen, wo sie die Nacht zubringen sollte, gab es doch nicht sehr viel mehr, als ein einfaches Freudenhaus, in dem sie mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ohnehin kaum auffallen würde, hielt sie sich nur einige allzu neugierige Menschen vom Leib.

Zugleich wusste sie, dass der Gedanke alleine ein buchstäblicher Schuss in den Ofen war, von dem ihr wohl jedermann, der sich Herr eines halbwegs klaren Verstandes nennen durfte, ein gewisses Maß an Torheit zugerechnet hätte. Aus eben jener Perspektive betrachtet war es jedoch ebenso irrsinnig, auf gut Glück nach jenem piktischen Dorf zu suchen, dass sie vor nicht unerheblich langer Zeit im wahrsten Sinne des Wortes bei Nacht und Nebel hinter sich hatte lassen müssen. So musste sie sich wohl oder über damit abfinden, dass sie wohl zu viel Zeit in Gärten verbracht hatte, die mehr Pflege und Fürsorge genossen, als viele Menschen, um eine Nacht in den britischen Wäldern zuzubringen.

Ebenso an einer alten Gewohnheit festhaltend, hob sie die Hände und schlug ein Kreuz vor der schmalen Brust, wohl nach wie vor in der Hoffnung, damit irgend etwas bewirken zu können.


tbc: mal sehen


Last edited by on 05.02.07 19:49; edited 1 time in total
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Guinevere
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PostSubject: Re: Straßen & Wege   05.02.07 14:45

Die junge Frau betrachtete den Fremden schweigend. Ihr war durchaus bewusst das sein hochtrabender Ton nicht Ernst gemeint war, dennoch spielte sie mit. Immerhin würde sie das in Zukunft noch oft genug tun. Als er geendet hatte schenkte sie ihm ihr schönstes Lächeln.
"Ich danke Euch. Natürlich dürft Ihr uns begleiten."
Ungeachtet der Tatsache dass es ein wenig seltsam aussehen würde, wenn die Königin mit zwei unbekannten Männern die Burg betreten würde, beschleunigte Guinevere ihre Schritte, sodass sie bald vor Cadrian und Lucius ging. Als ihr alter Freund wieder zu ihr aufschloss und ihr etwas ins Ohr flüsterte hob sie eine Braue "Seh ich aus als würde ich stehen?" Abermals lag ein kaum merkliches Grinsen auf den Lippen der jungen Frau.
Lucius Worte in Cadrians Richtung amüsierten sie ebenso wie dessen Antwort. Es wäre bestimmt lustig anzusehen, würde dieser Hünne von Mann auf dem Boden bis zur Burg kriechen. Guinevere wollte etwas einwerfen, beschloß dann aber den Mund zu halten und den Weg zur Burg fortzusetzen, die immer näher rückte.
Schließlich passierten die drei das Burgtor und fanden sich im Burghof wieder.

TBC: Der Burghof

OOC: Ich schreib da gleich einen Post ^^

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